Fest der Begegnung: Inklusion kennt kein Alter
Unter dem Motto „Inklusion kennt kein Alter“ fand im Stendaler Tiergarten das 33. Fest der Begegnung statt. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher nutzten den kostenfreien Eintritt, um ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm zu erleben, sich an Informations- und Mitmachständen zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Organisiert wurde die traditionsreiche Veranstaltung von der Interessengemeinschaft „Fest der Begegnung“ gemeinsam mit dem Örtlichen Teilhabemanagement im Landkreis Stendal, dem Allgemeinen Behindertenverband e. V. Stendal und Umgebung sowie der Tiergartenleitung. Im Mittelpunkt stand die Idee, Begegnung zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen und Inklusion im Alltag sichtbar und erlebbar zu machen.
Nach der offiziellen Eröffnung durch Landrat Patrick Puhlmann und Marcus Graubner, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbands e.V. Stendal und Umgebung, widmete sich eine Talkrunde dem diesjährigen Motto. Unter der Moderation von Stefan Bernschein diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft über gelingende Teilhabe zwischen den Generationen. Dabei ging es unter anderem um erfolgreiche Inklusionsprojekte an Schulen, die Bedeutung von Begegnungen zwischen Jung und Alt sowie um Einsamkeit als gesellschaftliches Thema, das Menschen unabhängig von Alter oder Behinderung betreffen kann.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war die Barrierefreiheit. Die Talkrunde und die Eröffnung wurden von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitet. Auch der Veranstaltungsort bot mit barrierefreien Sanitäranlagen, einer Rampe zur Bühne und gut zugänglichen Bereichen gute Voraussetzungen für eine möglichst uneingeschränkte Teilnahme.
Für besondere Momente sorgten die inklusiven Kulturbeiträge. Steffen Klein interpretierte das Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay in Gebärdensprache. Der Chor der Borghardt Stiftung Stendal präsentierte anschließend zwei musikalische Beiträge. Ergänzt wurde das Bühnenprogramm durch das Duo Lea und Dustin von „Tick2Loud“, den Berliner Musiker Laysea, die Tanzgruppe „SugarGirls“ sowie Clownerie. Damit war für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen etwas dabei.
Auch abseits der Bühne stand die Begegnung im Mittelpunkt. Zahlreiche regionale Vereine, Selbsthilfegruppen, Initiativen und Institutionen informierten an Ständen über ihre Arbeit und luden zum Mitmachen und Austausch ein. Vertreten waren unter anderem die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Sachsen-Anhalt, die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, das Theater der Altmark sowie die Gruppe „Barrierefreies Tangermünde“.
Zum Abschluss der Talkrunde wurden Vanessa Böttcher, Franziska Moratschke und Johanna Michelis für ihr Engagement rund um das Fest der Begegnung mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Damit wurde zugleich auch das ehrenamtliche Engagement gewürdigt, das wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beiträgt.
Die positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher und das Interesse der regionalen Medien zeigen, dass der Bedarf an offenen, niedrigschwelligen Begegnungsformaten weiterhin groß ist. Das Fest der Begegnung schafft einen Raum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung einander auf Augenhöhe begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und Vielfalt ganz selbstverständlich erleben können. Die erfolgreiche Veranstaltung soll auch künftig fortgeführt und gemeinsam mit weiteren Partnerinnen und Partnern weiterentwickelt werden, um inklusive Strukturen in der Region nachhaltig zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe für alle zu fördern.