Donnerstag, 18.06.2026 00:00 Uhr

Jemenitische Altertümer aus dem Winckelmann-Museum erhalten neuen Rechtsstatus

Hansestadt Stendal bei Unterzeichnung eines internationalen Kulturgut-Abkommens vertreten

Am Dienstag, den 16. Juni 2026, hat die Hansestadt Stendal einen bedeutsamen Schritt im Umgang mit internationalem Kulturerbe vollzogen: In der Botschaft der Republik Jemen in Berlin wurde ein Abkommen zwischen der Winckelmann-Gesellschaft und dem Winckelmann-Museum einerseits sowie der Republik Jemen andererseits unterzeichnet. Der stellvertretende Oberbürgermeister Axel Kleefeldt, nahm als Vertreter der Hansestadt an dem Termin teil.

Gegenstand des Abkommens sind zwei jemenitische Altertümer aus der Sammlung des deutschen Diplomaten Werner Daum, die bislang im Winckelmann-Museum verwahrt wurden. Das Abkommen sieht vor, dass die beiden Altertümer künftig im Winckelmann-Museum in Stendal verbleiben, wo sie fachgerecht konserviert, erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Republik Jemen behält dabei ausdrücklich das Recht, die Objekte zu einem späteren Zeitpunkt auf diplomatischem Wege und in enger Abstimmung mit der deutschen Seite nach Jemen zurückzuführen.

Das Abkommen wurde auf jemenitischer Seite unterzeichnet von Botschafter Luay Al-Eryani sowie von Mohammed Atbuosh. Auf deutscher Seite unterzeichnete Dr. Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft.

Das Abkommen umfasst darüber hinaus die Übertragung von Tonaufnahmen und Manuskripten, die Werner Daum während seiner diplomatischen Tätigkeit in Jemen in den 1980er-Jahren zusammengetragen hat. Dieses Archiv dokumentiert volkstümliche Erzählungen sowie sprachliche Besonderheiten jemenitischer Dialekte jener Epoche und besitzt einen herausragenden kulturellen und wissenschaftlichen Wert.

Die Hansestadt Stendal sieht in dieser Vereinbarung ein positives Signal für die Pflege internationaler Kulturbeziehungen. Das Winckelmann-Museum, das als Institution der Winckelmann-Gesellschaft eng mit der Stadt verbunden ist, steht damit exemplarisch für einen modernen und ethisch reflektierten Umgang mit dem kulturellen Erbe anderer Völker. Die Hansestadt Stendal bekräftigt ihre Bereitschaft, diesen Weg auch künftig aktiv zu unterstützen.

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