Photovoltaik-Konzept
Warum brauchen wir ein Photovoltaikfreiflächenkonzept für Stendal?
Eine sichere, unabhängige und umweltfreundliche Energieversorgung ist heute wichtiger denn je. Durch den Klimawandel und globale Unsicherheiten wird es immer dringender, Energie direkt vor Ort aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Die Bundesregierung hat sich deshalb das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden und bereits bis 2030 mindestens 80 % des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Photovoltaik – also die Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht – spielt dabei eine zentrale Rolle.
Um diese Ziele zu erreichen, soll der Ausbau der Photovoltaik sowohl auf Dächern und Fassaden als auch auf Freiflächen vorangetrieben werden. Für die Hansestadt Stendal bedeutet das: Immer mehr Anfragen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PVFA) erreichen uns. Gleichzeitig hat der Bund die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert. Seit 2023 können bestimmte Anlagen – etwa entlang von Autobahnen oder Eisenbahnstrecken – ohne ein klassisches Bauleitplanverfahren genehmigt werden. Das bedeutet, dass die Stadt weniger direkten Einfluss auf die Standortwahl hat.
Warum ist ein Konzept für Stendal besonders wichtig?
Stendal liegt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt mit vielen Schienenwegen und der zukünftigen Autobahn A14. Dadurch gibt es hier besonders viele Flächen, die für Photovoltaik-Anlagen infrage kommen. Um den Ausbau der Solarenergie sinnvoll zu steuern und ein Gleichgewicht zwischen Umweltschutz, Wirtschaft und Lebensqualität zu schaffen, brauchen wir ein klares Konzept.
Was leistet das Photovoltaikfreiflächenkonzept?
Das Konzept ist ein strategisches Planungsinstrument, das die gesetzlichen Vorgaben mit den örtlichen Gegebenheiten in Stendal verbindet. Es schafft Klarheit, wo Photovoltaik-Anlagen bevorzugt gebaut werden sollen und wo nicht. Dabei werden ökologische Aspekte wie der Schutz der Natur und des Landschaftsbildes genauso berücksichtigt wie die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und der Erhalt von Erholungsräumen.
Während der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern nur begrenzt gesteuert werden kann, liegt der Fokus dieses Konzepts auf der koordinierten Entwicklung von Freiflächenanlagen. So stellen wir sicher, dass der Ausbau der Solarenergie im Einklang mit einer nachhaltigen und lebenswerten Stadtentwicklung erfolgt.
An wen richtet sich das Konzept?
Dieses Konzept richtet sich als frühzeitige und selbstständige Informationsquelle an alle Menschen, die jedwedes Interesse an Photovoltaikanlagen auf dem Gebiet der Hansestadt Stendal haben. Konkrete Zielgruppen sind unter anderem:
- Bürgerinnen und Bürger bekommen frühzeitige Informationen darüber, ob vor Ihrer Haustür Photovoltaikanlagen entstehen könnten.
- Gewählte Vertreter (Stadt- und Ortschaftsräte) bekommen damit eine ausführliche Beurteilungsgrundlage für die Beratung zukünftiger Anträge mit Bezug zu Photovoltaikfreiflächenanlagen und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.
- Potenzielle Investoren bekommen einen detaillierten Überblick, wo auf dem Gebiet der Hansestadt Stendal noch Photovoltaik-Projekte möglich sind und wo nicht. Es erspart ihnen Zeit und Mühe in der Kontaktaufnahme bei den zuständigen Behörden.
Das Ergebnis: Klarheit für die Zukunft
Das Photovoltaikfreiflächenkonzept zeigt: In Stendal gibt es aufgrund der besonderen geografischen Lage – etwa durch die Autobahn A14 und die Schieneninfrastruktur – ausreichend Flächen, die für Photovoltaikanlagen genutzt werden können. Viele dieser Flächen sind sogar „privilegierte Bereiche“, für die die Stadt keine direkte Steuerungsmöglichkeit hat. Der Stadtrat der Hansestadt Stendal hat daher in seiner Sitzung am 09.02.2026 beschlossen: Es besteht aktuell kein Bedarf, weitere Bauleitplanungen oder Sondergebiete speziell für Photovoltaikfreiflächenanlagen (PVFA) auszuweisen. Die Stadt wird keine zusätzlichen Planungen vornehmen, um neue Flächen für PVFA zu erschließen.
Das Konzept soll Verwaltung und Politik entlasten. Es schafft Klarheit und verhindert, dass der Stadtrat und das Planungsamt mit einer Flut von Einzelanträgen und Beschlussvorlagen überhäuft werden. Stattdessen gibt es nun eine transparente Grundlage, die Investoren, Politik und Verwaltung Orientierung bietet – ohne dass weitere Planungen nötig sind.
Kontakt:
Sie haben Fragen? Dann wenden Sie sich jederzeit an den zuständigen Kollegen.
Herr Bennet Wiese
Abteilung 3.1 Planung und Stadtentwicklung
Telefon: 03931 65-1547
E-Mail: bennet.wiese@stendal.de